Arbeiten für einen Hungerlohn – Ausbeuterland Deutschland?

In Deutschland hat sich in den letzten Jahren ein flächendeckender Niedriglohnsektor gebildet. Millionen Deutsche arbeiten für einen Lohn, der kaum dazu ausreicht, um die Kosten für Miete und Essen zu decken. Die Folge davon, immer mehr Arbeitnehmer müssen trotz ihrer Tätigkeit noch zusätzlich Hartz IV beantragen. Hiervon sind längst nicht mehr nur die neuen Bundesländer betroffen. Auch im Westen müssen mittlerweile viele Arbeitnehmer mit einem Stundenlohn von 6,50 Euro oder weniger auskommen. Dabei verstoßen die Unternehmen noch nicht einmal gegen die geltenden Gesetze, sondern zahlen die in den Tarifverträgen festgelegten Löhne und Gehälter.

Niedriglöhne in allen Bereichen

Das Statistische Bundesamt hat jüngst etwa 600 Tarifverträge ausgewertet und die Löhne der verschiedenen Branchen und Regionen ermittelt. So müssen beispielsweise manche Konditoren in Bayern mit einem Stundenlohn von 5,26 Euro auskommen. Niedrige Grundlöhne von 6,50 Euro pro Stunde sehen auch die Tarifverträge für Fleischer und Gärtner in Sachsen vor. Ebenfalls zu den Niedriglohnbereichen gehört traditionell auch das Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Einstiegslöhne liegen je nach Bundesland zwischen 6,29 und 6,50 Euro pro Stunde.

Von den niedrigen Löhnen sind mehr und mehr auch ausgebildete Fachkräfte betroffen. Wer beispielsweise in einem Architektur- oder Ingenieurbüro arbeitet, der muss teilweise mit einem Stundenlohn von 6,21 auskommen. Ein ausgebildeter Koch hingegen erhält laut Tarifvertrag in Hamburg zu Beginn 8,27 und in Nordrhein-Westfalen 9,38 Euro pro Stunde.

Da wundert es nicht, dass immer mehr Deutsche nach einer Arbeit im Ausland Ausschau halten. Aufgrund der deutlich höheren Löhne und fehlenden Sprachbarrieren gehört die Schweiz dabei traditionell zu den beliebtesten Ländern. Gerade Fach- und Führungskräfte werden von schweizerischen Unternehmen meist händeringend gesucht und deutsche Arbeitnehmer sind aufgrund ihres guten Rufs hier zudem sehr willkommen. Sogenannte Kader Jobs in guten Positionen gibt es in fast allen Branchen. Besonders in der Gastronomie und im Handwerk finden sich aktuell jedoch besonders viele offene Stellen. Häufig gesucht werden in der Regel Elektriker, Installateure oder auch Schlosser.

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