Die neuen Maschen der Trickbetrüger

Trickbetrug ist ein Verbrechen, dem jeder zum Opfer fallen kann, doch die Betrüger suchen sich natürlich gern Personengruppen, bei denen sie besonders schnell an ihr Ziel kommen. Senioren sind daher bei Trickbetrügern sehr beliebt und am Telefon oder an der Haustür werden vorwiegend alleinstehende Frauen oder ältere Herren um ihr Hab und Gut gebracht. Zurzeit macht vor allem eine Telefonabzocke die Runde in den Medien und da die Betrüger meist von der Türkei aus agieren, gibt es nur ein Mittel gegen sie – Aufklärung.

Sie haben geerbt!

Am Telefon meldet sich eine versierte Stimme, die von einer Erbschaft im Ausland berichtet. Ein entfernter Verwandter des Angerufenen ist angeblich verstorben und etliche tausend Euro als Erbe sollen ausbezahlt werden. Doch damit der vermeintliche Erbe das Geld erhalten kann, muss er erst Notarkosten überweisen. Damit die Abzocke weniger ersichtlich ist, soll die „Gebühr“ nicht ins Ausland, sondern an einen Rechtsanwalt in Deutschland überwiesen werden. Eine Internetadresse der Kanzlei wird genannt und auch den Rechtsanwalt gibt es am versprochenen Ort tatsächlich. Allerdings weiß dieser nichts von der Betrugsmasche und seine Webseite wurde einfach gehackt. Opfer dieses Telefonbetrugs haben damit aber noch lange nicht genug gelitten, denn sie werden einige Wochen nach der Überweisung aufgefordert zusätzliche Gebühren zu bezahlen. Nicht selten erlügen sich die Betrüger 10.000.- Euro oder noch mehr und die Betrogenen schämen sich zu sehr um Anzeige zu erstatten.

Online-Verkaufsvermittler

Ein bekanntes Online-Auktionshaus wird für die nächsten Betrugsmasche genutzt. In Anzeigen wird geworben, dass man mit einem Account dort bares Geld verdienen kann. Dazu müssen nur Angebote online gestellt werden. Bilder und Beschreibung der Artikel müssen nur kopiert werden und wenn sie verkauft werden, soll das Geld vom eigenen Konto weitergeleitet werden an den eigentlichen „Verkäufer“. Der sendet die verkaufte Ware natürlich nie an den Käufer und der Vermittler wird als Betrüger dastehen und muss für den entstandenen Schaden haften. Diese Masche richtet sich vor allem an diejenigen, die einen kleinen Nebenjob suchen, der auch von Zuhause aus erledigt werden kann.

Computer werden gesperrt

Drohungen auf dem eigenen Bildschirm sind ein extrem wirksames Mittel der Trickbetrüger. Sie knacken Emailaccounts oder schmuggeln einen Trojaner auf die Festplatte und dann erscheint ein Hinweis, dass der Computer gesperrt wird, wenn nicht sofort eine bestimmte Summe bezahlt wird. Angeblich sollen illegale Betriebssysteme genutzt werden oder strafbare Downloads gemacht worden sein und die Gebühr wäre eine Art „Sofortstrafe“. Mit dieser Masche haben Betrüger ebenfalls schon etliche tausend Euro erschlichen und oft erfolgt die Bezahlung über Western Union, denn dort können Summen unter 500.- Euro in der Regel ohne Ausweis in bar abgeholt werden. Im Namen des Bundeskriminalamts wird Internetnutzern auch vorgeworfen, sie wären auf kinderpornografischen Seiten unterwegs gewesen und durch Zahlung einer Strafe könnten die „Täter“ einem Prozess entgehen. Auch hierbei handelt es sich natürlich um einen offensichtlichen Betrugsversuch, doch viele Nutzer sind beim Auftauchen der Meldung so schockiert und verängstigt, dass die nicht mehr rational denken können.

So schützt man sich

Gegen Betrüger gibt es nur eine Maßnahme, die wirklich schützt – der gesunde Menschenverstand. Da er in Stresssituationen häufig nicht automatisch arbeitet, sollte jede Meldung und jeder Anruf erst in Ruhe analysiert werden. Keine Zahlung muss innerhalb von einer Stunde erfolgen und wer sich beruhigen kann, fällt garantiert bessere Entscheidungen. Eine Recherche im Netz oder ein Anruf bei der Polizei können dann Gewissheit bringen und je mehr Anzeigen wegen einer neuen Masche eingehen, desto schneller wird die Öffentlichkeit darüber informiert und die Betrüger haben weniger Chancen. Oftmals werden Anleger nicht betrogen, denn es werden meistens alle Informationen und Konditionen offengelegt, doch natürlich gibt es auch im Internet Seiten, die dubiose Angebote unterbreiten und keine relevanten Informationen bereitstellen. Eine gesunde Skepsis gegenüber zu guten Angeboten ist daher immer wichtig und im Netz lassen sich reale Angebote auch schnell von Betrugsmaschen trennen, denn jede Suchmaschine kann bei der Suche nach Informationen über einen Anbieter oder Geschäftspartner helfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *