Kriminalität bei Jugendlichen

Der Begriff Jugendkriminalität umfasst alle Straftaten, bei denen die Tatverdächtigen zwischen acht und 21 Jahren alt sind. Entsprechend berücksichtigt dies nicht ausschließlich die Kriminalität bei Jugendlichen, sondern auch die Kriminalität bei Kindern und Heranwachsenden. Bei jugendspezifischen Delikten handelt es sich laut polizeilicher Statistik um Straftaten wie Fahrrad- und Ladendiebstahl, Handtaschenraub, Körperverletzung, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und Sachbeschädigungen.

Laut der Kriminalstatistik der Polizei wurden im Jahr 2009 26,2 Prozent aller Straftaten von unter 21-Jährigen verübt. 4,4 Prozent der Tatverdächtigen waren Kinder (absolute Zahl: 96.627), 11,4 Prozent Jugendliche (248.702) und 10,4 Prozent Heranwachsende (227.847). Ein genaues Ausmaß der Jugendkriminalität lässt sich nicht genau ermitteln. Faktoren wie unterschiedliche Erfassungszeiträume und Erfassungsdaten sowie der demografische Wandel innerhalb der Bevölkerung verzerren die Interpretation dieser Kriminalität anhand der absoluten Zahlen. Um die Zahlen dennoch aussagefähig zu machen, versucht die Wissenschaft, das Hellfeld, also die bekannten Straftaten, durch Dunkelfeldstudien zu ergänzen. Wiederholungstaten sind im Bereich der Jugendkriminalität zumindest in Deutschland nicht üblich. Zwischen drei und fünf Prozent der jugendlichen Tatverdächtigen fallen durch wiederholte Straftaten auf. Männliche Jugendliche gehören häufiger zu dieser Gruppe als weibliche Jugendliche.

Unterschieden wird statistisch auch die Delinquenz von deutschen und nichtdeutschen jugendlichen Straftätern. Problematisch an dieser Trennung ist, dass sie nicht spezifisch genug ist. Einige Ethnien zeigen keinerlei Auffälligkeiten bei der Häufigkeit begangener Straftaten, bei anderen wie zum Beispiel Jugendlichen mit türkischem oder arabischem Migrationshintergrund wiederum schon. Besonders innerfamiliäre Gewaltkonfrontation, Bildungsprobleme und fehlende Zukunftsperspektive können die Delinquenz erhöhen. Ein archaisches Bild von Ehre, Stilisierung eines Gewaltkultes oder legitime Gewalt als Zeichen von Männlichkeit vermögen ebenfalls gewaltbereites Verhalten zu fördern. Ein weiterer wesentlicher Punkt in Familien mit Migrationshintergrund sind die Stressfaktoren für Jugendliche. Nicht nur jugendliche Entwicklungsaufgaben, sondern auch migrationsspezifische Probleme wie die Einbuße des sozialen Netzwerkes und in der Phase des Unabhängigwerdens der Rückfall auf die Eltern als einer der wenigen Ansprechpartner im fremden Umfeld des Landes bedeuten eine höhere psychosoziale Belastung, die das Risiko kriminellen Verhaltens erhöhen kann.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jugendkriminalität

http://www.uni-konstanz.de/rtf/gs/Spiess-Jugendkriminalitaet-2010.pdf

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