Kriminalität in Mexiko

Mexiko gehört zu den Ländern, die häufig mit dem Begriff Kriminalität in Verbindung gebracht werden. Die „RiskMap 2011“, eine Studie der internationalen Unternehmensberatung Control Risks, die sich mit Risikomanagement beschäftigt und jährlich das Risiko für Geschäftsreisende und im Ausland lebende Angestellte für jedes Land weltweit untersucht, bestätigt diese Einschätzung. Das Ranking berücksichtigt viele Faktoren wie Kleinkriminalität und Überfälle in einem Land, aber auch Entführungen, bewaffnete Übergriffe, Terrorgefahr, Sachbeschädigungen und Betrug. Mexiko wurde im Rahmen diesen Rankings in weiten Teilen des Landes mit der zweithöchsten von fünf Risikostufen, also einem „hohen“ Risiko, bewertet. Kaum ein Tag vergeht in Mexiko, an dem in den Medien nicht über neue Morde und Entführungen berichtet wird. Im Bereich der Entführungen steht Mexiko weltweit sogar an der Spitze aller Länder und Control Risks erwartet, dass sich die Situation weiterhin verschlechtern wird.

Eine der Ursachen dieser hohen Kriminalität liegt in der Macht der vier großen Drogenkartelle Mexikos. Die Kartelle von Tijuana, Sinaloa, Juárez und das Golfkartell sind die vier Akteure, die mittlerweile mutmaßlich den Drogenhandel des lateinamerikanischen Marktes dominieren. Mexiko nimmt dabei auch für die USA eine wichtige Stellung ein, da zwischen 80 und 90 Prozent des in den USA konsumierten Kokains und viele Tausend Tonnen weiterer Drogen aus Mexiko dorthin gelangen. Zwischen den Kartellen und der Polizei ist so ein blutiger Machtkampf entstanden, doch die Kartelle selbst bekriegen sich darüber hinaus sogar untereinander.

Ein weiteres Problem in Mexiko ist das große Ausmaß an Korruption von Polizei und Justiz. Symbolisch für die Aussichtslosigkeit des Kampfes gegen die Drogenkartelle steht ein Fall von 2008, bei dem der Unternehmersohn Fernando Martí entführt und trotz einer hohen Lösegeldzahlung ermordet wurde. Später stellte sich heraus, dass einige seiner Entführer Polizisten waren, die vor dem Fall Martí für ihren Kampf gegen die organisierte Kriminalität mit Medaillen ausgezeichnet wurden. Dieser Fall verdeutlicht die Lukrativität von Entführungen und Drogenhandel in Mexiko und die Verflechtung von Gesetzesvertretern in die organisierte Kriminalität.

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