Organisierte Kriminalität in Deutschland

Seit dem 11. September 2001 wird über den Terrorismus gesprochen und die Bevölkerung gewarnt und oft auch in Angst und Schrecken versetzt. Eine andere, weitverbreitete und womöglich weitaus gefährlichere Form von Terror, die allerdings weniger von den Terrorgruppen der Taliban ausgeht, ist die sogenannte organisierte Kriminalität. Für jeden Deutschen ist das Risiko, Opfer der organisierten Kriminalität zu werden, um ein Vielfaches höher als das eines Terroranschlages.

Da sich alle auf den Terror stürzen, schätzen die Paten der Mafia Deutschland. Das Interesse an der organisierten Kriminalität hat – leider auch beim Innen- und Justizministerium – deutlich nachgelassen. Wurden z. B. vor einem Duisburger Restaurant sechs Italiener von zwei Tätern auf grausame Weise ermordet, so wird dies im Regelfall ein bis zwei Mal in den Nachrichten und einmal als Schlagzeile thematisiert. Danach kehrt wieder Ruhe ein. Übrigens – dieser Mord ist bis heute nicht aufgeklärt.

Die niedrige Aufklärungsrate bei der organisierten Kriminalität resultiert daraus, dass viele Ermittler nach dem Terroranschlag auf das New Yorker World Trade Center in die Anti-Terror-Abteilungen versetzt worden sind und so in den Bereichen, die für das organisierte Verbrechen zuständig sind, schlichtweg das Personal fehlt. Damit kann sich die Mafia – egal, ob die italienische oder die russische – in Deutschland beinahe ungehindert ausbreiten. So sieht der Buchautor Roberto Savione (Gomorrha) Deutschland als das für Paten gelobte Land, weil hier kaum Verfolgungsdruck vorhanden sei. In Deutschland überlässt man solche Belange den Italienern, die jedoch hierzulande keine Macht ausüben können – selbst, wenn sie es wollten. Nicht zu verachten sind die Umsätze, welche die Mafia allein in Deutschland tätigt. Sie „erwirtschaftet“ etwa ein Fünftel der Wirtschaftsleistung – das entspricht etwa 2.303 Milliarden Euro. Unterschätzen darf man die Mafia nicht, denn letztendlich ist sie an Macht interessiert und auch Politik ist Macht. In der EU sind etwa 4.000 der Mafia zugehörige Gruppen aktiv, die über ein gut funktionierendes Netzwerk verfügen.

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