Straftaten in Form von Internetkriminalität

Internetkriminalität sind Straftaten, die auf dem Internet basieren oder mit den Techniken des Internet geschehen. Nicht zu verwechseln mit Computerkriminalität, bei der lediglich der Computer ohne Internetnutzung als Tatwaffe eingesetzt wird.

Erscheinungsformen

Die Erscheinungsformen sind sehr vielfältig; Beispiele sind Internetbetrug, das Ausspähen von Daten, Verstöße gegen das Verbreitungsverbot oder den Jugendmedienschutz, Identitätsdiebstahl, Urheberrechtsverletzung, Cyber-Terrorismus, Cyber-Mobbing, Volksverhetzung sowie das Verbreiten von Kinderpornographie.

Der Übergang zu Methoden und Verfahren des Cyberwar („Netzkrieg“) ist mittlerweile fließend geworden; im Einzelfall ist durchaus nicht ohne Weiteres auszumachen, ob ein Angriff im Netz einschlägig kriminellen Zielen dient oder militärisch bzw. politisch intendiert ist (etwa bei einer weitreichenden Sabotage des stark ITK-abhängigen Finanzsystems oder der Webpräsenzen öffentlicher Einrichtungen im weitesten Sinn). Den Beobachtungen zufolge professionalisiert sich die „Malware-Branche“ immer mehr, die Attacken auf die Rechner und Rechnernetze werden immer ausgefeilter – offenbar mit entsprechendem Erfolg.

Laut Antivirensoftware-Entwickler stieg z.B. die Infektion von Rechnern mit Schadsoftware, die zum Identitätsdiebstahl dient (etwa der Ausspähung von Bankkontendaten), vom ersten zum zweiten Halbjahr 2008 um 800 Prozent.

Technischer Fortschritt

Beinahe schon seit der allgemeinen Etablierung des Internet seit den 1990er Jahren und der zunehmenden Elektronisierung weiter Felder des öffentlichen Lebens, vor allem auch auf wirtschaftlichem Gebiet liefern sich Kriminelle und Sicherheitsexperten ein Hase- und Igel-Duell auf den unterschiedlichsten Feldern, das bislang meist mit einem „positiven Patt“ für die Sicherheit ausging. In jüngster Zeit (2010er Jahre) werden die Methoden der Cyberverbrecher zusehends raffinierter und elaborierter (was z.B. auch für viele Virenprogrammierer gilt, deren Produkte unterdessen ein erstaunliches, im Einzelfall beängstigendes technisches Niveau erreicht haben).

Nach Aussage des US-Telekommunikationsdienstleisters Verizon Business sei es Kriminellen in den Vereinigten Staaten gelungen, die Verschlüsselung beim Übertragen von PIN-Codes zu knacken. Dabei konnten die Hacker sowohl an verschlüsselte als auch an unverschlüsselte PINs gelangen. Fachleute gehen Medienberichten zufolge davon aus, dass das Problem nur gelöst werden kann, wenn die Finanzindustrie den elektronischen Zahlungsverkehr insgesamt überholt.

Situation in Deutschland

In Deutschland hatte das Bundeskriminalamt (BKA) im Jahr 2006 165.720 Straftaten festgestellt, auf die das Merkmal „Tatmittel Internet“ zutraf – eine Steigerung zum Vorjahr um 47.684 Straftaten (bzw. 40,4 Prozent). Den Hauptanteil hatten dabei mit rund 80 Prozent im Betrugsdelikte, wobei der Warenkreditbetrug an der Spitze stand. Darüber hinaus wurden 29.155 Fälle (9,4 Prozent mehr als im Vorjahr) der IuK-Kriminalität (also Kriminalität im Zusammenhang mit Informations- und Kommunikationstechniken) im engeren Sinne registriert. Das BKA erfasst unter dieser Rubrik Computerbetrug (16.211 Fälle; + 2,1 Prozent), Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten (5.822 Fälle; + 0,6 Prozent), Fälschung beweiserheblicher Daten und Täuschung im Rechtsverkehr bei der Datenverarbeitung (2.460 Fälle; + 143,1 Prozent), Datenveränderung und Computer-Sabotage (1.672 Fälle; + 3,9 Prozent) sowie das Ausspähen von Daten (2.990 Fälle; + 26,4 Prozent). Alle erfassten Delikte der Computerkriminalität haben den Angaben zufolge einen Schaden von rund 36 Mio. Euro verursacht. „Phishing“, das in den Statistiken vordem nicht gesondert ausgewiesen worden war, ist demnach mittlerweile ein Schwerpunkt der IuK-Kriminalität. Knapp 3.500 Fälle will das BKA 2006 ermittelt haben, bei einer durchschnittlichen Schadenshöhe zwischen 2.000 und 3.000 Euro pro Fall.

179.026 IuK-Vergehen wurden 2007 gezählt, eine weitere Steigerung um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Waren- und Warenkreditbetrug, etwa beim Online-Shopping, sei allerdings ein Rückgang um rund 10,5 Prozent auf 292.809 Fälle zu beobachten gewesen, was u.a. einer verbesserten Aufklärung, etwa durch Kampagnen zum sicheren Online-Einkauf, zugeschrieben wurde. Die Polizeiliche Kriminalstatistik wies 2007 allerdings auch einen erheblichen Anstieg bei Urheberrechtsverletzungen aus: um 54,6 Prozent auf 32.374 Fälle. Dafür wurde vor allem das verschärfte Vorgehen der Musikindustrie gegen illegale Downloads verantwortlich gemacht.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Internetkriminalit%C3%A4t, Lizenz: CC

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