Begriff Kleinkriminalität

Mit Kleinkriminalität werden Straftaten bezeichnet, die oft unter dem Begriff Kavaliersdelikt oder unter dem Begriff Bagatelldelikte zu finden sind. Dazu gehören u. a. kleinere Diebstähle, Verstöße gegen das Urheberrecht oder die Straßenverkehrsordnung und andere Delikte, für die kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung vorhanden ist. Die Staatsanwaltschaften sehen von einer Strafverfolgung dieser Bagatelldelikte meist ab bzw. stellen das Verfahren nach § 153 StPO ein.

Die typische Kleinkriminalität besteht aus Ladendiebstahl oder Unterschlagungen, die aufgrund der geringen Beträge gemäß § 248a StGB von der Staatsanwaltschaft nicht verfolgt werden, es sei denn, es liegt ein entsprechender Antrag vor. Bei der Kleinkriminalität gehen die Gesetzeshüter meist davon aus, dass es sich um eine einmalige Sache handelt und der Täter, wenn er die Abmahnung der Beamten hinter sich gebracht hat, nie wieder straffällig werden wird. Oft entspricht diese Vermutung den Tatsachen – doch leider ebenso häufig auch nicht. So manche Kleinkriminelle werden erneut straffällig.

Heute fällt auch das Besprühen von öffentlichen Gebäuden, Brücken und anderen Bauwerken in die Kategorie der Kleinkriminalität. Auch kleinere Diebstähle – nicht zu verwechseln mit dem Diebstahl von Handtaschen, der bereits zu den Raubdelikten zählt – oder mutwillige Beschädigungen von parkenden Autos zählen zur Kleinkriminalität. Alles, was zur Kleinkriminalität dazugehört, darf in der Regel keine Verletzung von Personen beinhalten. Sehr oft werden Delikte, die der Kleinkriminalität zuzuordnen sind, dem Kavaliersdelikt zugeschrieben. Gemeinsam haben beide, dass es sich um Straftaten handelt, die jedoch von einem Teil der Bevölkerung entweder belächelt oder akzeptiert werden. Bei manchen Delikten – wie z. B. bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung – ist es mit einem Bußgeld erledigt und manch andere werden gar nicht verfolgt. Doch wie bei allen Straftaten hat jedes Delikt etwas mit der Moral und mit der jeweiligen Auslegung der Situation zu tun – und gerade heute scheint die Hemmschwelle relativ gering geworden zu sein.

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